Die Gastronomie setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz, um die Kosten für professionelle Fotografen zu senken. Immer mehr Restaurants, Imbisse und große Supermarktketten nutzen KI-generierte Bilder ihrer Gerichte auf Speisekarten und in sozialen Medien. Während dieser Ansatz kurzfristige finanzielle Vorteile verspricht, warnen Experten vor einem langfristigen Imageschaden, wenn die reale Präsentation nicht mit der digitalen Suggestion übereinstimmt.

Eine internationale Studie unter der Leitung von Alexander Diel, einem Psychosomatiker der Universität Duisburg-Essen, verdeutlicht die Risiken. In einem Experiment mit 84 Teilnehmern wurden Bilder von Obst, Gemüse, Eis und Fast Food präsentiert, wobei echte Aufnahmen mit KI-generierten Bildern gemischt wurden. Die Probanden bewerteten die KI-Bilder häufig als weniger realistisch, wobei einige Teilnehmer angaben, dass die Darstellungen ihnen sogar die Lust am Essen verdorben hätten.

Zusätzlich zeigt eine Studie aus dem Jahr 2024, dass die Wahrnehmung stark von der Information über die Herkunft abhängt. Während KI-Bilder initial als appetitlich empfunden werden können, schlägt die Stimmung um, sobald die Teilnehmer erfahren, dass die Bilder künstlich erstellt wurden. Technische Defizite bei der Darstellung dünner Strukturen und grobe Bildfehler führen oft zu einem unnatürlichen Gesamtbild, das im schlimmsten Fall als ekelerregend wahrgenommen wird.

Professor Charles Spence von der Universität Oxford wies bereits 2024 darauf hin, dass KI zwar Einsparpotenziale für Marketingfachleute bietet, die Praxis jedoch riskant ist. Besonders kleine Betriebe mit geringem Budget könnten durch die Technologie profitieren, doch der Kostenvorteil kann zum Bumerang werden. Wenn die Erwartungshaltung der Gäste durch digitale Perfektion übersteigert wird und die Realität enttäuscht, droht ein signifikanter Verlust an Kunden.