Podiumsdiskussion über den Einsatz von KI in den Bereichen Risikoanalyse, Schuldeneintreibung, finanzielle Eingliederung und Datenverwaltung
WIEN, 21. Mai 2026 /PRNewswire/ -- Die National Association of Credit Bureaus (ANBC) wird an der Jahreskonferenz der Association of Consumer Credit Information Suppliers (ACCIS) am 21. und 22. Mai in Wien, Österreich, mit einer Präsentation über Anwendungen von Künstlicher Intelligenz im Kreditinformationssektor teilnehmen. Der Geschäftsführer der Organisation, Elias Sfeir, wird an der Podiumsdiskussion „Kluge Nutzung künstlicher Intelligenz im Bereich der Kreditinformationen" teilnehmen. Im Mittelpunkt steht der Austausch über Erfahrungen anhand von Fallbeispielen zur Umsetzung der Technologie in diesem Sektor.
Zu den Teilnehmenden gehören neben Elias auch Júlia Kössner, Leiterin des Innovation Lab der KSV1870-Gruppe, Mürsel Tasgin, Leiterin des Bereichs KI bei KKB, und Natalia Shchelovanova, globale Leiterin des Bereichs Open Innovation und Ökosystem bei CRIF.
Während des Panels wird die ANBC Erfahrungen aus Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern in den Bereichen Risikoanalyse, Kreditvergabe, Schuldeneintreibung und Finanzerziehung vorstellen. Zu den vorgestellten Beispielen gehört der Einsatz eines automatisierten Systems für Kleinst- und Kleinunternehmen. Das Tool bietet Unterstützung bei der Kreditanalyse, der Genehmigung, der Festlegung von Limits und der Finanzberatung für insgesamt 22,5 Millionen brasilianische Unternehmen.
Die Organisation wird auch Erkenntnisse über die Automatisierung von Prognosemodellen mitteilen. Durch den Einsatz von KI konnte die Entwicklungszeit von vier Wochen auf zwei bis fünf Tage verkürzt und gleichzeitig die Modellierungskosten um 66 % gesenkt werden. Ein weiteres Beispiel sind KI-Anwendungen für Strategien zur Schuldeneintreibung. Werkzeuge des maschinellen Lernens haben dazu beigetragen, dass die durchschnittlichen Einziehungsquoten der Finanzinstitute um bis zu 10 % gestiegen sind.
Im Bereich der finanziellen Bildung umfasst die Präsentation eine App in natürlicher Sprache für den Zugang zu finanziellen Inhalten und Beratung. Den von der Organisation verwendeten Daten zufolge nutzen bereits 38 % der Brasilianer täglich KI für Fragen im Zusammenhang mit ihrem Finanzleben. Zu den wichtigsten Verwendungszwecken gehören die Finanzplanung, die Kontoführung und die Haushaltsplanung.
„Die Entwicklung von KI im Kreditwesen beinhaltet operative Verbesserungen, Kostensenkungen, verbesserte Kundenerfahrungen und einen erweiterten Zugang zu Finanzdienstleistungen. Dieser Prozess erfordert auch Governance-Strukturen, Teamentwicklung und eine auf das Vorhaben abgestimmte Organisationskultur, wobei der Faktor Mensch stets zu berücksichtigen ist. Die Intelligenz ist künstlich und das Bewusstsein ist menschlich", sagt Elias Sfeir.
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Die Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland könnte bis 2060 deutlich ansteigen und das Versorgungssystem spürbar unter Druck setzen. Nach neuen Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) dürfte die Zahl der Betroffenen bei weiter steigender Lebenserwartung von derzeit rund 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen zunehmen. Grundlage der Berechnungen ist ein kleinräumiges Prognoseverfahren, das das Institut gemeinsam mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln entwickelt hat.
Die Analyse reicht hinunter bis auf die Ebene von 400 Kreisen und kreisfreien Städten und macht deutliche regionale Unterschiede sichtbar. Bereits 2020 lag der Anteil der Demenzkranken zwischen 1,0 Prozent in Tübingen und 2,6 Prozent in der brandenburgischen Prignitz. Für das Jahr 2060 erwarten die Forscher eine Spanne von 1,7 Prozent Demenzkranken in München bis zu 6,2 Prozent im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Besonders betroffen sind damit vor allem ländliche Regionen im Osten, die überdurchschnittlich altern.
Parallel zur wachsenden Zahl von Demenzfällen schrumpft der Pool potenzieller Pflege- und Betreuungspersonen im Erwerbsalter. Laut Studie kamen im Jahr 2020 rechnerisch noch 38 Menschen im erwerbsfähigen Alter auf einen Demenzfall. Bis 2060 dürfte dieses Verhältnis auf 21 Erwerbspersonen pro Fall sinken. Damit würden deutlich mehr Erkrankte von einer deutlich kleineren Zahl potenziell Erwerbstätiger versorgt werden müssen – mit entsprechenden Konsequenzen für Pflegeinfrastruktur, Kommunen und Sozialversicherungen.
Die Autoren der Studie betonen zugleich, dass der prognostizierte Anstieg nicht zwangsläufig ist. Nach heutigem wissenschaftlichem Stand lassen sich Demenzrisiken durch Prävention spürbar senken. Eine konsequentere Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, der Verzicht auf Rauchen oder ein höheres Bildungsniveau könnten dazu beitragen, etwa die Hälfte der Neuerkrankungen zu vermeiden. In einem solchen Szenario würde sich die Zahl der Demenzfälle im Jahr 2060 nicht weiter erhöhen, sondern sich auf einem Niveau zwischen 1,3 und 1,5 Millionen stabilisieren. Die Spannbreite der Projektionen zeigt damit, wie stark der künftige Versorgungsdruck von heute eingeleiteten Präventionsstrategien abhängen dürfte.