
Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung aus Österreich hat die Bildsprache der globalen Modeindustrie der vergangenen rund 25 Jahre systematisch unter die Lupe genommen – mit ernüchterndem Ergebnis. Trotz einer sichtbar größeren Bandbreite an weiblichen Models auf Laufstegen und Magazin-Covern bleibt das dominierende Körperideal nahezu unverändert: schlank und weiß. Die vermeintliche Diversität entpuppt sich in der umfassenden Auswertung als Ausreißerphänomen, nicht als struktureller Wandel.
Für die im Fachjournal „PNAS“ veröffentlichte Studie analysierten der dänische Forscher Louis Boucherie und sein Team, darunter Katharina Ledebur vom Complexity Science Hub (CSH) Wien und Doktoratsstudentin Karolina Sliwa von der WU Wien, insgesamt 793.199 Aufnahmen aus den Jahren 2000 bis 2024. Erfasst wurden Bilder von Modeschauen, Werbekampagnen, Magazin-Titelseiten und redaktionellen Beiträgen aus allen Weltregionen. Unterstützt wurde die Auswertung durch künstliche Intelligenz zur Bildanalyse sowie durch Gesundheitsdaten aus Umfragen.
Die Forschenden sprechen von einer „kulturellen Evolution der Schönheitsstandards“, die überraschend wenig dynamisch verläuft. Zwar habe sich die Vielfalt der Typen – insbesondere bei Körpermaßen und -formen – seit 2000 messbar vergrößert, doch das zentrale Ideal bleibe konstant: Frauen, die im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eher dünn sind und überwiegend als weiß klassifiziert werden. Ansprüche an Größe, Hüft- und Taillenumfang liegen demnach über verschiedene Segmente hinweg – vom Laufsteg bis zu den Medien – weitgehend auf einer Linie.
Die Ergebnisse stehen im Kontrast zu einer seit Jahren lauter werdenden Bewegung, die mehr Repräsentation unterschiedlicher Körpergrößen und -formen fordert. Während Marken und Magazine punktuell auf Diversität setzen, zeigt die quantitative Langzeitanalyse, dass diese Beispiele den Kern des Systems bisher kaum verschieben. Die visuelle Norm, an der sich Schönheitsvorstellungen global orientieren, bleibt trotz gesellschaftlicher Debatten erstaunlich resistent gegenüber kultureller Durchmischung.

Apotheken in Deutschland erhalten deutlich mehr Handlungsspielraum: Der Bundesrat hat eine Reform der schwarz-roten Koalition passieren lassen, die die Rolle der Offizinen im Gesundheitswesen spürbar aufwertet. Ziel ist es, die wohnortnahe Versorgung zu stärken, Wartezeiten in Arztpraxen zu reduzieren und Prävention sowie Früherkennung auszubauen. Das Paket war zuvor bereits vom Bundestag beschlossen worden.
Kern der Reform ist ein erweitertes Leistungsangebot in Apotheken. Künftig sollen dort zusätzliche Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen möglich sein, etwa zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Angeboten rund um das Rauchen. Apotheken können damit stärker als bisher in der Prävention ansetzen und Risiken identifizieren, bevor es zu manifesten Erkrankungen kommt.
Auch im Impfbereich werden die Kompetenzen ausgeweitet. Neben den bereits etablierten Grippe- und Corona-Impfungen dürfen Apotheken künftig alle Schutzimpfungen mit sogenannten Totimpfstoffen anbieten, darunter etwa Tetanus. Ergänzend werden Blutabnahmen erlaubt, etwa um Medikamentenwirkungen zu kontrollieren. Damit rücken Apotheken näher an klassische ärztliche Tätigkeitsfelder heran, ohne diese vollständig zu ersetzen.
Besonders sensibel ist die neue Möglichkeit, in eng begrenzten Fällen verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Verordnung abzugeben. Erlaubt ist künftig die einmalige Ausgabe der kleinsten Packungsgröße auf Selbstzahlerbasis, wenn ein Arzneimittel seit längerem eingenommen wird und die Fortführung der Therapie keinen Aufschub erlaubt. Die Regelung soll Versorgungslücken schließen, etwa wenn ein Rezept nicht rechtzeitig vorliegt, und bleibt zugleich strikt begrenzt, um Missbrauch zu vermeiden.