
Reisende entlang der wichtigen Rheintalbahn in Baden-Württemberg müssen sich über Ostern auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten kommt es im Fern- und Regionalverkehr zu Sperrungen, Zugausfällen und verlängerten Reisezeiten. Die Arbeiten, die bereits seit dem vergangenen Samstag erste Fahrplanänderungen auslösten, erreichen zwischen Karfreitag (3. April) und dem 9. April ihren Höhepunkt und dauern insgesamt bis Montag, 13. April.
Im Fernverkehr enden von Norden kommende ICE-Züge in diesem Zeitraum überwiegend in Baden-Baden, vereinzelt auch in Karlsruhe. Der Abschnitt zwischen Baden-Baden und Freiburg wird nicht von Fernzügen bedient, stattdessen setzt die Deutsche Bahn einen durchgehenden Schienenersatzverkehr ein. Der sogenannte Bus A pendelt ohne Zwischenhalt zwischen den beiden Städten. Betroffen sind die ICE-Linien 12 von Basel nach Berlin, 20 von Basel über Kassel nach Hamburg sowie 43 von Basel über Köln nach Hamburg. Ab Freiburg verkehren die Fernverkehrszüge weiter in Richtung Schweiz, die Reisezeiten verlängern sich laut Bahnangaben aufgrund der Busfahrten um rund zwei Stunden.
Auch der Regionalverkehr ist in der Region stark eingeschränkt. Auf den Strecken Achern–Herbolzheim und Achern–Haslach entfallen während der Bauphase die Regionalzüge von DB Regio vollständig. Fahrgäste müssen auf Ersatzbusse ausweichen: Der Bus B fährt stündlich zwischen Baden-Baden und Herbolzheim und hält zusätzlich in Achern und Offenburg. Weitere Linien verbinden Achern mit Herbolzheim sowie Achern mit Haslach. Betroffen sind unter anderem die Linien RE 2, RE 7, RB 26 und RB 27.
Zusätzlichen Druck auf das Netz bringt die Lage in Offenburg. Dort wird neue Signaltechnik eingebaut, weshalb der Bahnhof nach Angaben der SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH zwischen Karfreitag und dem 10. April weder vom Fern- noch vom Nahverkehr angefahren werden kann. Die von der SWEG betriebenen Linien zwischen Offenburg und Bad Griesbach sowie zwischen Appenweier und Offenburg entfallen komplett, ebenso einzelne Verbindungen zwischen Offenburg und Achern sowie Offenburg und Biberach. Die SWEG spricht für diesen Zeitraum von massiven Einschränkungen und rät Fahrgästen, mehr Reisezeit einzuplanen und sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen zu informieren.

Eine beschädigte Oberleitung im Raum Uelzen hat seit Montagabend den Zugverkehr auf mehreren zentralen Fernverkehrsachsen rund um Hamburg spürbar beeinträchtigt. Betroffen sind vor allem die Strecken zwischen Hamburg und Berlin sowie Hamburg und Hannover, auf denen es zu Zugausfällen, Umleitungen und teils deutlichen Verspätungen kommt. Nach Angaben der Deutschen Bahn und des Bahnunternehmens Metronom musste der Betrieb zeitweise komplett unterbrochen werden, bevor am frühen Dienstagmorgen schrittweise ein Gleis wieder freigegeben werden konnte.
Im Fernverkehr strich die Deutsche Bahn mehrere ICE-Verbindungen vollständig. Auf der Verbindung Hamburg–Berlin fallen alle ICE-Züge aus, die über Stendal, Salzwedel und Uelzen geführt werden. Auch ICE-Linien von Hamburg nach München sind betroffen: Die Trassen über Berlin, Leipzig, Erfurt und Nürnberg sind im Abschnitt zwischen Hamburg und Berlin eingeschränkt, ebenso die Verbindung Hamburg–München über Hannover, Kassel, Fulda, Würzburg und Nürnberg im Abschnitt zwischen Hamburg und Hannover. Andere ICE- und IC-Züge auf der Relation Hamburg–Hannover werden über eine alternative Route umgeleitet und kommen nach Bahnangaben mit rund 30 Minuten Verspätung ans Ziel; die planmäßigen Zwischenhalte in Lüneburg, Uelzen und Celle entfallen dabei.
Der Regionalverkehr in Niedersachsen ist ebenfalls von der Oberleitungsstörung betroffen. Zwischen Uelzen und Bad Bevensen, wo der Schaden lokalisiert wurde, wurde die Strecke am Montagabend nach Unternehmensangaben von Metronom ab 20 Uhr komplett gesperrt. Für Fahrgäste richtete der Betreiber einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Am frühen Dienstagmorgen konnte der Abschnitt zumindest eingleisig wieder in Betrieb genommen werden, dennoch kommt es weiter zu Teilausfällen und Verspätungen. Weil Züge in der Nacht nicht wie geplant abgestellt werden konnten, wirkt sich die Störung zusätzlich auf die Umläufe am Morgen aus.
Die Deutsche Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an der Entstörung. Eine Sprecherin teilte am Morgen mit, die eigentliche Streckensperrung sei seit 6 Uhr aufgehoben. Wegen der dichten Zugfolge und der notwendigen Umleitungen sei im Laufe des Vormittags aber noch mit Verspätungen und einzelnen Ausfällen im Fernverkehr zu rechnen. Im Regionalverkehr läuft der Betrieb schrittweise wieder an. Im Tagesverlauf soll sich der Zugverkehr laut Bahnangaben normalisieren, sobald die Oberleitungsarbeiten vollständig abgeschlossen sind und die Fahrpläne wieder regulär gefahren werden können.