Geringe Aktivität, robuste Indizes: Die stille Reaktion des Marktes auf den Iran-Konflikt

17.03.2026


Der Dax hat sich am Dienstag trotz eines erneut leicht gestiegenen Ölpreises relativ stabil gezeigt. Der deutsche Leitindex gab im frühen Xetra-Handel lediglich um rund 0,2 Prozent auf etwa 23.513 Punkte nach und setzte damit seine Konsolidierung nach einem soliden Wochenauftakt fort. Auch der MDax der mittelgroßen Werte bewegte sich prozentual kaum und notierte bei 28.954 Zählern nahezu unverändert. An den übrigen europäischen Börsen zeigte sich ein ähnliches Bild: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx tendierte wie der Dax moderat schwächer.

Die Entwicklung an den Aktienmärkten findet vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten statt. Es ist der zwölfte Handelstag, seit die USA und Israel einen Militärschlag gegen den Iran begonnen haben. Am deutschen Aktienmarkt scheinen viele Investoren trotz der geopolitischen Unsicherheit auf ein rasches Ende des Kriegs zu hoffen. „Die meisten haben sich offensichtlich dazu entschieden, die aktuelle Krise ohne große Handelstätigkeit auszusitzen“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Er verwies darauf, dass die Handelsumsätze auch zum Wochenstart erneut deutlich unter den historischen Mittelwerten lagen.

Der steigende Ölpreis bleibt für die Marktteilnehmer ein zentraler Faktor, da höhere Energiekosten den Inflationsdruck erhöhen und die Unternehmensmargen belasten können. Dennoch reagieren die Investoren bislang zurückhaltend statt panisch. Die moderate Kursbewegung im Dax deutet darauf hin, dass ein Großteil der geopolitischen Risiken kurzfristig eingepreist ist, während größere Umschichtungen an vielen Depots offenbar ausbleiben. Die relative Stärke des Marktes trotz teurerer Energie liefert ein Signal, dass institutionelle Anleger derzeit eher abwarten, statt Positionen aggressiv zu reduzieren.

Rückenwind kommt von der Wall Street, die sich zu Wochenbeginn deutlich erholt hat. Der US-Leitindex Dow Jones legte um 0,83 Prozent auf 46.946 Punkte zu und entfernte sich damit von seinem tiefsten Stand seit Ende November, den er am Freitag erreicht hatte. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,01 Prozent auf 6699 Zähler, während der technologielastige Nasdaq 100 um 1,13 Prozent auf 24.655 Punkte stieg. Die freundliche Tendenz in den USA hilft, die Stimmung an den europäischen Märkten zu stabilisieren, selbst wenn geopolitische Risiken und der Trend am Ölmarkt weiter im Fokus bleiben.

Unter den Einzelwerten in Deutschland rückte Fraport in den Blick. Der Betreiber des Frankfurter Flughafens rechnet damit, dass das Vorkrisenniveau beim Fluggastaufkommen auch 2026 noch nicht wieder erreicht sein wird. Nach rund 63,2 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr erwartet das Unternehmen für 2024 einen Anstieg auf 65 bis 66 Millionen Passagiere. Damit bleibt der Rekordwert von rund 70,6 Millionen Reisenden aus der Zeit vor der Corona-Pandemie weiter außer Reichweite. Analysten hatten für 2026 zuletzt mit etwa 65 Millionen Fluggästen kalkuliert. Die Fraport-Aktie legte auf der Handelsplattform Tradegate dennoch zu, was darauf hindeutet, dass der Markt die Prognosen als solide und weitgehend im Rahmen der Erwartungen bewertet.

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Erster „Tag der Demokratiegeschichte“: Steinmeier fordert Schutz historischer Errungenschaften

17.03.2026


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht die Demokratie in Deutschland so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In einem Gastbeitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland warnt das Staatsoberhaupt vor einer doppelten Bedrohung: Zum einen gefährdeten „Verächter der Demokratie im Innern“ die freiheitliche Ordnung, zum anderen setzten „imperiale Großmächte von außen“ die bestehenden Strukturen unter Druck. Die Antwort darauf müsse Selbstbehauptung sein, betont Steinmeier – die Bürgerinnen und Bürger seien aufgerufen, Freiheit und Demokratie aktiv zu schützen und zu verteidigen.

Anlass der Mahnung ist der erstmals begangene „Tag der Demokratiegeschichte“, der künftig jedes Jahr am 18. März an Meilensteine der deutschen Demokratie erinnern soll. Steinmeier verweist auf historische Wegmarken wie die erste Ausrufung einer Republik 1793 in Mainz, die März-Revolution von 1848 sowie die erste freie Volkskammerwahl in der DDR im Jahr 1990. Die heutige Bundesrepublik sei das Ergebnis von Generationen, „die für Freiheit und Demokratie gekämpft und gelitten haben“ – dieses Deutschland dürfe nicht preisgegeben werden, schreibt der Bundespräsident.

Besonders deutlich wendet sich Steinmeier gegen Versuche, demokratische Symbole umzudeuten. Wenn Extremisten „Wir sind das Volk“ skandierten oder mit schwarz-rot-goldenen Fahnen aufträten, dürfe man ihnen die Deutungshoheit nicht überlassen. Schwarz-Rot-Gold stünden für die freiheitliche Demokratie und die europäische Völkerfreundschaft, nicht für nationalistische oder autoritäre Ideologien. In einer liberalen Demokratie müsse die Bevölkerung vielfältig und „ganz verschieden“ sein, hält Steinmeier fest – dieser Pluralismus sei Teil des Erbes, das es zu bewahren gelte.

Der „Tag der Demokratiegeschichte“ wird in diesem Jahr vom 18. bis 22. März bundesweit mit verschiedenen Veranstaltungen begangen. Steinmeiers Appell fällt in eine Zeit, in der demokratische Institutionen weltweit unter Druck stehen. Mit dem neuen Gedenktag soll die lange Tradition demokratischer Bewegungen in Deutschland stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken – und zugleich daran erinnern, dass die Stabilität der Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu verteidigt werden muss.