Generationenwechsel im Blick: Seilbahnwirtschaft erhöht Löhne und Lehrlingsentschädigungen

05.04.2026


Die Beschäftigten in der österreichischen Seilbahnwirtschaft können mit Beginn der kommenden Saison mit einem spürbaren Lohnplus rechnen. Für rund 17.000 bis 17.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in etwa 250 Seilbahnunternehmen steigen die Gehälter im Kollektivvertrag im Schnitt um knapp 3,6 Prozent. Der Abschluss liegt damit über der zuletzt ausgewiesenen Inflationsrate von rund 3,1 Prozent. Zusätzlich zur prozentuellen Anhebung wurde ein Sockelbetrag von mindestens 80 Euro vereinbart, der insbesondere niedrigere Einkommen stärker entlasten soll.

Der neue Kollektivvertrag gilt für den Zeitraum vom 1. Mai bis 30. April 2027 und hebt den Einstiegslohn auf 2.218 Euro brutto pro Monat an. In der Branche, die vor allem in den Tourismusregionen als wichtiger Arbeitgeber gilt und zu saisonalen Spitzenzeiten rund 17.500 Personen beschäftigt, ist der Abschluss auch ein Signal an den Arbeitsmarkt. Die höheren Einstiegsgehälter sollen dazu beitragen, die Attraktivität der Berufe rund um den Seilbahnbetrieb zu erhöhen und Personalengpässen vorzubeugen.

Überdurchschnittlich profitieren Lehrlinge und Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen. Ihre Entgelte steigen um knapp 3,7 Prozent und damit etwas stärker als die durchschnittlichen Erhöhungen. Die zuständige Gewerkschaft vida verweist darauf, dass gut ausgebildete Nachwuchskräfte entscheidend seien, um Sicherheit und Qualität im Seilbahnbetrieb langfristig zu sichern. Angesichts eines sich abzeichnenden Generationenwechsels in vielen Betrieben soll der stärkere Fokus auf Lehrlingsentschädigungen sicherstellen, dass fachliches Know-how und die Bindung an den Beruf erhalten bleiben.

Kajetan Uriach, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft vida in Salzburg, hebt in diesem Zusammenhang sowohl die Bedeutung des Nachwuchses als auch die Stabilität der Sozialpartnerschaft in der Branche hervor. Die Verhandlungen seien von gegenseitigem Respekt geprägt gewesen und hätten gezeigt, dass sich die Sozialpartner in dieser für Österreich wichtigen Tourismus- und Dienstleistungsbranche auf Augenhöhe begegnen. In einem Umfeld wirtschaftlicher Unsicherheiten wird der Abschluss damit auch als Bestätigung gesehen, dass das kollektivvertragliche System in der Seilbahnwirtschaft weiterhin funktioniert und einen Ausgleich zwischen Unternehmensinteressen und Beschäftigtensicherheit ermöglicht.

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Tesla verpasst Analystenziele und baut auf Preisdruck durch zertifizierte Gebrauchtwagen

05.04.2026


Tesla hat mit seinen Zahlen zum ersten Quartal sowohl bei Elektroautos als auch im Energiebereich die Erwartungen der Analysten verfehlt – und reagiert operativ mit stärkerem Fokus auf den Gebrauchtwagenmarkt. Der US-Konzern meldete 358.023 ausgelieferte Elektrofahrzeuge und blieb damit deutlich unter der FactSet-Konsensschätzung von rund 381.000 Einheiten sowie unter einer von Tesla selbst zusammengetragenen Analystenerwartung von 365.645 Fahrzeugen. Zwar lagen die Auslieferungen damit 6 Prozent über dem schwachen Vorjahresquartal, doch die Börse zeigte sich unbeeindruckt: Die Aktie fiel im frühen Handel um fast 4 Prozent und hatte bereits vor dem Bericht seit Jahresbeginn rund 15 Prozent verloren.

Auch im Energiespeichergeschäft zeigte Tesla Schwäche. Das Unternehmen setzte im ersten Quartal 8,8 Gigawattstunden Energiespeicher ab – rund 39 Prozent weniger als von Analysten erwartet und der niedrigste Wert seit dem dritten Quartal 2024, als 6,9 Gigawattstunden erreicht wurden. Damit gerät ausgerechnet jenes Segment unter Druck, das zuletzt als Wachstumstreiber gegolten hatte. Während Investoren vor allem auf langfristige Pläne in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotaxis und humanoide Roboter blicken, bleibt das Kerngeschäft klar bestimmend: Allein Elektrofahrzeuge steuerten im vergangenen Jahr 69,5 Milliarden US‑Dollar zum Umsatz bei.

Operativ steht Tesla vor einem Nachfragedilemma. Der Konzern produzierte im Quartal 408.383 Fahrzeuge und schuf damit einen deutlichen Abstand zu den Auslieferungen – ein Hinweis auf anhaltende Bestandsaufbauten. In den USA fällt zudem der Wegfall der früheren 7.500‑Dollar‑Steuergutschrift für E‑Autos ins Gewicht, während Vorbehalte gegenüber Reichweite und Ladezeiten bestehen bleiben. Gleichzeitig ziehen sich große Wettbewerber wie Ford und General Motors in Teilen aus dem Elektroautomarkt zurück. Branchenbeobachter sehen darin die Chance für Tesla, seinen US‑Marktanteil wieder auszubauen, zumal Importmodelle aus China aufgrund von Zöllen derzeit kaum Aussicht auf Marktzugang haben.

Um die Preishürde für viele Käufer zu senken und die schwächere Nachfrage bei Neuwagen zu kompensieren, baut Tesla nun den Vertrieb zertifizierter Gebrauchtwagen aus. In eigenen Stores bietet das Unternehmen unter anderem gebrauchte Model 3 und Model Y an, teils zu Preisen unter 25.000 Dollar – deutlich unterhalb des rund 50.000‑Dollar‑Basispreises für neue Allradvarianten und unter dem branchenweiten Durchschnittspreis neuer E‑Autos von etwa 60.000 Dollar. Die Fahrzeuge werden nach Unternehmensangaben von Tesla‑Technikern geprüft und aufgearbeitet und mit einer eingeschränkten Garantie verkauft. Damit nimmt Tesla zwar eine mögliche Kannibalisierung des Neuwagengeschäfts in Kauf, signalisiert aber zugleich, dass das klassische Auto‑ und Gebrauchtwagengeschäft weiterhin im Zentrum steht – trotz des wiederholten Hinweises von CEO Elon Musk, Tesla sei längst mehr als ein reiner Autobauer.