
Nach ihrem deutlichen Zugewinn bei der Landtagswahl steht die AfD im Südwesten vor einem tiefgreifenden Umbau ihrer Strukturen. Die Fraktion in Stuttgart hat sich von 17 auf 35 Sitze verdoppelt und wird im neuen Landtag die größte Oppositionsfraktion stellen. Co-Parteichef Emil Sänze sprach in Stuttgart von einem organisatorischen Kraftakt, weil rund 20 neue Abgeordnete auf ihre Arbeit im Parlament vorbereitet werden müssen.
In mehreren Treffen sollen die Neulinge mit Abläufen und Regeln des Landtagsbetriebs vertraut gemacht werden. Nach Angaben von Sänze geht es dabei sowohl um Verwaltungsfragen als auch um die programmatische Ausrichtung für die kommende Legislaturperiode. Die Führung der Landespartei will gleichzeitig eine klarere Linie etablieren und die Arbeit der Mandatsträger stärker koordinieren.
Ein zentrales Ziel ist eine engere Vernetzung über alle politischen Ebenen hinweg. Abgeordnete aus Baden-Württemberg, die im EU-Parlament, im Bundestag oder im Landtag vertreten sind, sollen nach dem Willen der Landespartei künftig geschlossener auftreten. Landeschef Markus Frohnmaier verweist darauf, dass die AfD in dieser Größenordnung im Südwesten bislang nicht präsent war – und dass Strukturen und Kommunikation deshalb neu justiert werden müssen.
Gleichzeitig versucht die Partei, interne Konflikte hinter sich zu lassen. Frohnmaier betont zwar, personelle Entscheidungen müsse die Fraktion selbst treffen, machte aber öffentlich deutlich, dass er Martin Rothweiler aus Villingen-Schwenningen als neuen Fraktionsvorsitzenden favorisiert. Der bisherige Fraktionschef Anton Baron hatte sich zuvor wenig begeistert zu diesem Vorschlag geäußert. Spätestens bis Ende April soll sich die deutlich vergrößerte Fraktion konstituieren und damit die formale Grundlage für ihre Rolle als stärkste Kraft der Opposition im baden-württembergischen Landtag legen.
Reisende entlang der wichtigen Rheintalbahn in Baden-Württemberg müssen sich über Ostern auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten kommt es im Fern- und Regionalverkehr zu Sperrungen, Zugausfällen und verlängerten Reisezeiten. Die Arbeiten, die bereits seit dem vergangenen Samstag erste Fahrplanänderungen auslösten, erreichen zwischen Karfreitag (3. April) und dem 9. April ihren Höhepunkt und dauern insgesamt bis Montag, 13. April.
Im Fernverkehr enden von Norden kommende ICE-Züge in diesem Zeitraum überwiegend in Baden-Baden, vereinzelt auch in Karlsruhe. Der Abschnitt zwischen Baden-Baden und Freiburg wird nicht von Fernzügen bedient, stattdessen setzt die Deutsche Bahn einen durchgehenden Schienenersatzverkehr ein. Der sogenannte Bus A pendelt ohne Zwischenhalt zwischen den beiden Städten. Betroffen sind die ICE-Linien 12 von Basel nach Berlin, 20 von Basel über Kassel nach Hamburg sowie 43 von Basel über Köln nach Hamburg. Ab Freiburg verkehren die Fernverkehrszüge weiter in Richtung Schweiz, die Reisezeiten verlängern sich laut Bahnangaben aufgrund der Busfahrten um rund zwei Stunden.
Auch der Regionalverkehr ist in der Region stark eingeschränkt. Auf den Strecken Achern–Herbolzheim und Achern–Haslach entfallen während der Bauphase die Regionalzüge von DB Regio vollständig. Fahrgäste müssen auf Ersatzbusse ausweichen: Der Bus B fährt stündlich zwischen Baden-Baden und Herbolzheim und hält zusätzlich in Achern und Offenburg. Weitere Linien verbinden Achern mit Herbolzheim sowie Achern mit Haslach. Betroffen sind unter anderem die Linien RE 2, RE 7, RB 26 und RB 27.
Zusätzlichen Druck auf das Netz bringt die Lage in Offenburg. Dort wird neue Signaltechnik eingebaut, weshalb der Bahnhof nach Angaben der SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH zwischen Karfreitag und dem 10. April weder vom Fern- noch vom Nahverkehr angefahren werden kann. Die von der SWEG betriebenen Linien zwischen Offenburg und Bad Griesbach sowie zwischen Appenweier und Offenburg entfallen komplett, ebenso einzelne Verbindungen zwischen Offenburg und Achern sowie Offenburg und Biberach. Die SWEG spricht für diesen Zeitraum von massiven Einschränkungen und rät Fahrgästen, mehr Reisezeit einzuplanen und sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen zu informieren.